Cund

Sinnpaedagogik - Die Grundlage unserer Arbeit

Der Ansatz der „Sinnpädagogik“ basiert auf der Grundannahme, dass es für die persönliche Entwicklung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen von entscheidender Bedeutung ist, ihnen durch das gemeinsame Leben und Lernen im Alltag verbindliche Werte und sinnhafte Zusammenhänge zu vermitteln. Für die Entwicklung eines vertrauensvolles Erziehungsverhältnisses sind verlässliche Bindungen sowie die begründete Überzeugung der Kinder und Jugendlichen, dass Erziehungsprozesse begründet und kooperativ gestaltet werden, wesentliche Grund-voraussetzungen.

Sinnhaft leben

In unserer Teileinrichtung Jugendhof Cund (Siebenbürgen / Rumänien) erfahren die Kinder und Jugendlichen in der Dorf-gemeinschaft und im Zusammenleben mit deutschen Fachkräften und anderen Jugend-lichen die Selbstverständlichkeit von natür-lichen, sinnhaften Zusammenhängen, sie gewinnen ein Bewusstsein für grundlegende soziale Zusammenhänge und lernen, die Ergebnisse eigener und fremder Tätigkeit zu schätzen.

Der Schritt, sich um einen Platz auf dem Jugendhof zu bewerben, stellt den Anfang für ein eigenverantwortliches „Zurückfinden“ aus einem häufig von Perspektivlosigkeit, Passivität und Desinteresse geprägten – in ein aktiv selbst gestaltetes Leben dar.

Mit dem Schritt der eigeninitiativen Be-werbung wird den Kindern und Jugend-lichen die Kontrolle über ihren weiteren Le-bensweg zurückgegeben und die Bewer-bung ist gleichzeitig Ausdruck der Bereit-schaft und Motivation des Kindes oder Jugendlichen, der eigenen Entwicklung eine andere Richtung geben zu wollen.

Ab dem Moment der Aufnahme in Deut-schland erfährt das Kind oder der Jugend-liche während einer mindestens zweitägigen Autoreise gen Südosten den Wandel der ihn umgebenden Welt und wird damit intensiv auf den ihn erwartenden neuen Lebensraum vorbereitet. Zudem bietet die Intimität der langen Autoreise eine erste Möglichkeit, eine/n der Betreuenden näher kennen zu lernen und erstes Vertrauen aufzubauen.

Der besondere dörfliche und ursprüngliche Rahmen von Cund vermittelt den Kindern und Jugendlichen durch historisch gewach-sene und verlässliche soziale Strukturen eine häufig lang vermisste Geborgenheit.

Das Zusammenleben von Jugendlichen und betreuenden deutschen Fachkräften auf dem Jugendhof orientiert sich an den ursprüng-lichen Anforderungen an das Leben und Aufwachsen eines Kindes oder Jugend-lichen.

Demzufolge liegen unsere konzeptionelle Schwerpunkte in einer intensiven, individuell entwickelten Beschulung, einer hand-werklichen Berufsorientierung und dem Erlernen von produktiver Alltagsbewältigung. Außerdem bietet der Jugendhof mit zwei Hunden, einer Katze und acht Reitpferden den Kindern und Jugendlichen einen engen Kontakt zu Tieren, der häufig emotional stützend wirkt. Die Tiere bieten den Kindern und Jugendlichen Beziehung und emotionale Zuwendung ohne Vorbehalte, eine grund-legende Erfahrung, die für diese häufig neu ist. Zudem können die Kinder und Jugend-lichen bei Interesse Reitunterricht von einer qualifizierten Reitlehrerin erhalten (siehe auch: „Tiere und Reiten“)

Für jedes Kind, jeden Jugendlichen wird nach einer Phase des Einlebens nach Auswertung des einrichtungsinternen Schultestes in Abstimmung mit den Sorgeberechtigten und den fallzuständigen Mitarbeiter/innen der Allgemeinen Sozialen Dienste ein individuelles Schulkonzept entwickelt. Aktuell bietet der Jugendhof neben der generellen Möglichkeit des Einzelunterrichtes zwei Schulformen: die Beschulung in der Schulgruppe der einrichtungsinternen Schule für Jugendliche ab dem Alter von 15 Jahren (max. 5 Schüler); oder die Einzelbeschulung für Kinder unter 15 Jahren, die über das Institut für Lern-systeme Hamburg (ILS) altersgerecht ihre deutsche Schullaufbahn fortsetzen können (siehe auch: „Schule und Unterricht“, S. …).

In den Nachmittagsstunden sammeln die Kinder und Jugendlichen mit Anleitung von Fachkräften altersgerechte handwerkliche Erfahrungen. In den einrichtungsinternen Werkstätten (Tischlerei, Schmiede, Schlos-serei, Bogenbauwerkstatt und Versorgung der Reitfpferde) werden Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände für den Eigenbedarf hergestellt (siehe auch: „Handwerk & Berufsorientierung“, S. ….)

Die Kinder und Jugendlichen entwickelt außerdem gemeinsam mit den Betreuenden gemeinnützige Projekte für die Dorf-entwicklung und wirken an deren Umsetzung aktiv mit (siehe auch: „Die Stiftung: Zukunftskinder von Cund“).