Sinnpädagogik-

die Grundlage unserer Tätigkeit

Sinnhaftes Leben, diese Grundannahme und konzeptionelle Vorgabe bestimmt seit vielen Jahren die Tätigkeit des Kinderhaus Schäfer: Wie kann es gelingen, Kinder und Jugendliche, die aus fast allen gesellschaftlichen Bereichen und häufig auch aus familiären und sozialen Zusammenhängen ausgeschlossen waren, dabei zu unterstützen, ihrem Leben eine individuelle Sinnhaftigkeit zu verleihen und ihre Neugier und Freude an der Beteiligung an der sie umgebenden Welt zu vermitteln?

gemeinsames Grillen im Gruppenurlaub an der Donau

gemeinsames Grillen im Gruppenurlaub an der Donau

Bindung & Beziehung

In den vergangenen Jahren beschäftigte sich das pädagogische Team genauer mit den Grundlagen der von Bowlby entwickelten „Bindungstheorie“. Täglich konnten und können wir erleben, wie sich das Bindungsverhalten der Kinder und Jugendlichen in der täglichen Bezugnahme und den Alltagsbezügen ausdrückt und nicht zuletzt beeinflusst auch das je individuelle Bindungsverhalten der Betreuenden die entstehende pädagogische Beziehung.

Gleichzeitig ist das Ermöglichen stabiler, zumindest korrigierender Bindungserfahrungen eine der vorrangigen Aufgaben der Heimerziehung. Die Aspekte der Bindung und der Herausbildung einer tragfähigen, vertrauensvollen pädagogischen Beziehung als Voraussetzung eines gelingenden Hilfeprozesses werden mit der Neufassung unserer Konzeption in unserem Alltag bewusster reflektiert und gezielt angewandt.

die Gruppe an einem Wasserfall an der Donau

die Gruppe an einem Wasserfall an der Donau

In diesem Sinne bildet das gemeinsame Zusammenleben von Jugendlichen und Betreuenden die unverrückbare Grundlage unserer Tätigkeit. Die Jugendlichen können sich auf die Präsenz und dauerhafte Anwesenheit der Bezugspersonen an dem gemeinsamen Lebensmittelpunkt verlassen, ständige Wechsel der Ansprechpartner/innen und die damit verbundenen Verlusterfahrungen werden den Kindern und Jugendlichen damit weitgehend erspart. Zudem verliert der Lebensraum „Kinderheim“ einen Teil seiner Negativität und Fremdheit, da die Kinder und Jugendlichen erleben, dass die Betreuenden diesen als ihr „zu Hause“ gewählt haben, sie werden demnach als Mitglieder eines „natürlichen Haushaltes“ willkommen geheißen.

Bildung & Beschäftigung

Neben dem Aspekt der Bindung sind Bildung und Beschäftigung seit vielen Jahren die tragenden Säulen unserer Tätigkeit. In der Neufassung der Konzeption stellen wir unser umfassendes Beschulungskonzept vor, welches davon ausgeht, dass es für jedes Kind und jeden Jugendlichen individuell passende Beschulungsmöglichkeiten gibt und es eine der Hauptaufgaben der Betreuenden ist, diese gemeinsam mit den künftigen Schülern zu entwickeln.

Gipfelstürmer!

Gipfelstürmer!

Schulische Bildung und ein entsprechender Schulabschluss sind nach unserer Erfahrung eine wesentliche Voraussetzung für einen gelingenden Start in ein selbständiges und erfülltes Leben. Zudem verleihen schulische Erfolge und ein entsprechender Abschluss den Jugendlichen ein fundiertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, in unserer modernen Wissensgesellschaft gilt dieser als Beleg für die Qualifikation eines Menschen, ein Wert, der trotz aller früherer Erfahrungen und schulabwehrenden Einstellungen von allen Kindern und Jugendlichen gewünscht und vertreten wird.

Mit unserem Beschäftigungsbereich ermöglichen wir den Kindern und Jugendlichen darüber hinaus sinnliche Erfahrungen der Weltaneignung, sie können unmittelbare Wirksamkeit erleben und erfahren sich als produktiv und kreativ.

Zudem zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass die im Kinderhaus Schäfer gesammelten handwerklichen Erfahrungen, die Zugangsbedingungen der Jugendlichen zu einer Berufsausbildung in entscheidender Weise verbessern.

Qualität & Fachlichkeit - auch im Ausland!

Seit Beginn unserer Tätigkeit im Ausland stehen wir dafür, Qualität und Fachlichkeit konsequent umzusetzen und weiter zu entwickeln. In der Neufassung der Konzeption greifen wir den Ansatz der „Lebensweltorientierung“ auf und begründen, warum es in Einzelfällen sinnvoll sein kann, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in vorübergehender Distanz zu ihrem Herkunftsmilieu Stabilität und Neuorientierung zu entwickeln – eine Voraussetzung für eine gelingende Integration in ihren originären Sozialraum. Eine Unterbringung im Ausland ist demnach kein Widerspruch zur konsequenten Orientierung am Lebensraum der Kinder und Jugendlichen: eine Auslandsmaßnahme kann notwendig sein, wenn der originäre Lebensraum nicht die für das Aufwachsen erforderlichen personellen, strukturellen und räumlichen Ressourcen oder die vorfindlichen Bedingungen die Entwicklung eines jungen Menschen massiv beeinträchtigt.

Jedoch stehen Einrichtungen, die im Ausland tätig sind, vor einer gesteigerten Herausforderung, ihre Tätigkeit qualifiziert und transparent zu gestalten, da die herkömmlichen Maßnahmen wie beispielsweise die deutsche Heimaufsicht nur unter erschwerten Bedingungen möglich sind. In unserer überarbeiteten Konzeption stellen wir unseren umfassenden und verbindlichen Katalog hinsichtlich einer fundierten „Sozialpädagogischen Diagnostik“, pädagogischer Dokumentation und Berichtswesen vor. Darüber hinaus stellen wir unser System der Qualitätssicherung vor, wodurch allen belegenden Jugendämtern ein Höchstmaß an Nachvollziehbarkeit und Sicherheit im Umgang mit einer Maßnahme im Ausland ermöglicht wird.

Neu hinzugekommen ist der Aspekt der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen gemäß §§ 8b und 45 SGB VIII, ausführlich werden die einrichtungsinternen Maßnahmen zur Sicherstellung einer umfassenden und verbindlichen Partizipation dargelegt.

Bei weitergehendem Interesse senden wir Ihnen gern unsere Konzeption und / oder Leistungsbeschreibung zu!